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KI & Innovation, Cyber-Resilienz & Datensicherheit

Das Projekt „Glasswing“ von Anthropic spricht für ResOps

Da KI die Aufdeckung von Schwachstellen beschleunigt, müssen Unternehmen von einer präventionsorientierten Sicherheitsstrategie zu einem widerstandsfähigkeitsorientierten Betrieb übergehen, bei dem schnelle Recovery und Geschäftskontinuität im Vordergrund stehen.


Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Fortschrittliche KI-Modelle wie „Claude Mythos Preview“ könnten die Erkennung von Sicherheitslücken erheblich beschleunigen und damit die Cybersicherheitslandschaft grundlegend verändern.
  • Das Projekt Glasswing verdeutlicht die wachsenden Bedenken hinsichtlich des Umgangs mit KI-bedingten Sicherheitsrisiken in großem Maßstab.
  • ResOps unterstützt Unternehmen dabei, den Übergang von einer reaktiven Abwehr zu proaktiver Widerstandsfähigkeit und Wiederherstellung zu vollziehen.
  • Tools für die Cybersicherheit legen den Schwerpunkt vor allem auf Prävention, während die Wiederherstellungsfunktionen nach wie vor unterentwickelt sind.
  • In einer von KI geprägten Welt wird die Fähigkeit, sich schnell von Störungen zu erholen, über den betrieblichen Erfolg entscheiden.

Das neue Modell „Claude Mythos Preview“ von Anthropic soll leistungsstark genug sein, um Schwachstellen in Softwaresystemen innerhalb von Sekunden zu identifizieren. Nach Angaben des Unternehmens gelang es dem Modell in ersten Tests, aus seiner isolierten Testumgebung auszubrechen und einen Ingenieur per E-Mail über den Vorfall zu informieren.

Angesichts dieser potenziellen Risiken beschränkt Anthropic den Zugang im Rahmen des Projekts „Glasswing“ auf eine kleine Gruppe großer Organisationen. Das Ziel: den Sicherheitsrisiken einer Welt einen Schritt voraus zu sein, in der das Aufdecken und Ausnutzen von Sicherheitslücken zur Routine werden könnte. Diese Entwicklung unterstreicht die Bedeutung von Resilience Operations (ResOps™). Sie könnte die Herangehensweise von Unternehmen an die Cybersicherheit grundlegend verändern.

In einem kürzlich veröffentlichten LinkedIn-Beitrag mit dem Titel „Der Anfang vom Ende der Cybersicherheit“ argumentiert Jen Easterly, CEO von RSAC und ehemalige Direktorin der CISA, dass die heutige Cybersicherheitsbranche darauf ausgerichtet ist, Softwarefehler zu erkennen, sich gegen sie zu verteidigen und darauf zu reagieren. Im Grunde gleicht sie damit Lücken in der Softwarequalität und bei sicheren Entwicklungspraktiken aus. Wenn Modelle wie „Claude Mythos Preview“ die beschriebenen Leistungen erbringen, könnte ihre Fähigkeit, Schwachstellen in großem Maßstab aufzudecken, die heutige Landschaft der Sicherheitstools erheblich auf den Kopf stellen. Eine aktuelle Folge von STRIVE – „Evidence Over Hope: Will Your Recovery Plan Hold Up Under Pressure?“ – greift diese Sorge auf. Unternehmen haben massiv in Tools zur Abwehr von Angriffen investiert, doch gibt es relativ wenig Innovation im Bereich „Right of Boom“ – also bei den Fähigkeiten, die erforderlich sind, um den Geschäftsbetrieb wiederherzustellen, wenn es unvermeidlich zu Störungen kommt.

Warum ResOps?

ResOps ist ein organisatorischer Ansatz, der Resilienz in den täglichen Betrieb integriert. Er führt dazu, dass Unternehmen von passiven, reaktiven Backup-Strategien zu einem aktiven, kontinuierlichen Modell übergehen.

Der traditionelle IT-Betrieb konzentriert sich auf Effizienz. ResOps konzentriert sich darauf, Ausfälle zu überstehen. Es vereint Sicherheits-, Infrastruktur- und Betriebsteams unter einem gemeinsamen Ziel: das „Minimum Viable Business“ des Unternehmens zu ermitteln – also die für den Betrieb unverzichtbaren kritischen Systeme, Daten und Prozesse – und sicherzustellen, dass diese Dienste nach einer Störung schnell und reibungslos wiederhergestellt werden können.

Die meisten Betriebsdisziplinen sind darauf ausgelegt, dass Systeme wie erwartet funktionieren. ResOps ist für den Fall konzipiert, dass dies nicht der Fall ist. Die Kernfrage ist einfach: Können Sie jeden kritischen Dienst sofort wiederherstellen – mit Zuversicht und nachweisbar?

Was bringt die Zukunft?

Sollte sich Easterlys Einschätzung als richtig erweisen – dass Cybersicherheit Softwarefehler weitgehend ausgleicht –, dann stellen Technologien wie Claude Mythos Preview mehr als nur einen schrittweisen Fortschritt dar. Sie signalisieren einen strukturellen Wandel im Bereich des Unternehmensrisikos. KI kann dazu beitragen, die Zeit zwischen der Entdeckung einer Schwachstelle und ihrer Behebung zu verkürzen. Sie kann sogar bestimmte Arten von Softwarefehlern beseitigen. Aber sie beseitigt nicht das Risiko von Ausfällen, Fehlkonfigurationen, Identitätsmissbrauch oder Kettenausfällen in komplexen Systemen. Und sie ersetzt nicht die operative Disziplin, die für die Reaktion und Wiederherstellung erforderlich ist.

Ausfälle werden weiterhin auftreten. Diese Realität macht ResOps umso wichtiger – nicht weniger. Da die Prävention zunehmend automatisiert wird, wird Resilienz zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal. Unternehmen werden nicht mehr ausschließlich an ihrer Fähigkeit gemessen, Angriffe abzuwehren. Sie werden daran gemessen, wie effektiv sie sich erholen – indem sie kritische Dienste und vertrauenswürdige Daten unter realen Bedingungen wiederherstellen.

Cybersicherheit zielt darauf ab, Bedrohungen fernzuhalten. ResOps bereitet Sie darauf vor, was zu tun ist, wenn sie doch eindringen. In einer von KI geprägten Welt ist die Fähigkeit, Ausfälle zu überstehen und sich davon zu erholen, möglicherweise die wichtigste operative Kompetenz, die ein Unternehmen aufbauen kann. Lesen Sie mehr dazu in unserem Readiness-Bericht „Evidence Over Hope: The Executive Case for Resilience Operations“ und erfahren Sie auf Readiverse mehr über den Bereich ResOps.

FAQs

F: Was ist das Projekt Glasswing und warum ist es wichtig?

A: Das Projekt Glasswing ist eine Initiative von Anthropic, deren Ziel es ist, den Zugang zu leistungsstarken KI-Modellen, die Software-Schwachstellen erkennen können, einzuschränken und zu untersuchen. Dies ist von Bedeutung, da es auf eine Zukunft hindeutet, in der die Aufdeckung von Schwachstellen schnell und weit verbreitet sein wird, was sowohl defensive als auch offensive Risiken erhöht.

F: Was ist ResOps und inwiefern unterscheidet es sich vom herkömmlichen IT-Betrieb?

A: ResOps ist ein Fachgebiet, dessen Ziel es ist, Unternehmen in die Lage zu versetzen, Störungen zu überstehen und sich davon zu erholen. Im Gegensatz zum herkömmlichen IT-Betrieb, bei dem Effizienz im Vordergrund steht, legt ResOps den Schwerpunkt auf die Aufrechterhaltung des Betriebs und die schnelle Wiederherstellung kritischer Dienste.

F: Wie könnte KI die Zukunft der Cybersicherheit beeinflussen?

A: KI kann den Zeitaufwand für die Erkennung und Behebung von Sicherheitslücken erheblich reduzieren, was jedoch zu Störungen bei bestehenden Sicherheitstools führen kann. Risiken wie Ausfälle oder Fehlkonfigurationen werden dadurch jedoch nicht beseitigt, weshalb Wiederherstellungsfunktionen umso wichtiger werden.

Frage: Warum gewinnt die Wiederherstellung gegenüber der Prävention zunehmend an Bedeutung?

A: Trotz umfangreicher Investitionen in Präventionsmaßnahmen kommt es nach wie vor zu Betriebsstörungen. Angesichts sich weiterentwickelnder Bedrohungen und zunehmender Automatisierung werden Unternehmen künftig verstärkt daran gemessen, wie schnell und effektiv sie den Betrieb nach einem Vorfall wiederherstellen können.

F: Was bedeutet „Right of Boom“ in diesem Zusammenhang?

A: Der Begriff „Right of Boom“ bezieht sich auf die Phase nach einem Vorfall, in der der Schwerpunkt auf Reaktion und Wiederherstellung liegt. Er verdeutlicht die Innovationslücke bei der Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs im Vergleich zur Angriffsprävention.

F: Wie können Unternehmen mit der Einführung von ResOps beginnen?

A: Unternehmen können damit beginnen, ihr „Minimum Viable Business“ – also geschäftskritische Systeme und Daten – zu ermitteln und Prozesse zu entwickeln, um diese schnell wiederherzustellen. Dazu gehört, dass Sicherheits-, IT- und Betriebsteams auf Ziele ausgerichtet werden, bei denen die Ausfallsicherheit im Mittelpunkt steht.

Jason Meserve ist Leiter des Bereichs Social Marketing bei Commvault.

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