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Cybersecurity

Verstehen von Aktionsvoreingenommenheit in der Cybersicherheit 

In dem Buch „The Power of Moments“ beschreiben die Autoren das Üben als eine Möglichkeit, sich auf möglicherweise negative oder konfrontative Momente vorzubereiten, damit Menschen nicht falsch reagieren. Warum? „Üben lindert die Angst, die unseren Verstand in einem schwierigen Moment trüben kann. Wenn uns Übung fehlt, geraten unsere guten Absichten oft ins Wanken“, schreiben Chip Heath und Dan Heath.


Diese Erkenntnis hat mich sehr angesprochen, als ich das Buch Anfang dieses Jahres gelesen habe, und deshalb habe ich mich sehr gefreut, als wir Dr. Josiah Dykstra, den Leiter für strategische Initiativen bei Trail of Bits, für den Podcast „The Resilience Rundown“ gewinnen konnten, um über den Handlungsvorrang und dessen Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung bei Cybersicherheitsvorfällen zu sprechen. 

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Die Handlungsvoreingenommenheit verstehen

Unter „Handlungsvoreingenommenheit“ versteht man die natürliche Neigung des Menschen, bei einer Bedrohung oder Krise sofort zu handeln. Dieser Instinkt kann zwar in bestimmten Situationen hilfreich sein, aber auch zu irrationalen Entscheidungen führen und das vorliegende Problem möglicherweise noch verschlimmern. Im Zusammenhang mit der Cybersicherheit kann sich die Handlungsvoreingenommenheit auf verschiedene Weise äußern, beispielsweise dadurch, dass man auf Phishing-Angriffe hereinfällt, die das dringende Handlungsbedürfnis ausnutzen, oder dass man bei der Reaktion auf Vorfälle übereilte Entscheidungen trifft.

Beispiele für Handlungsvoreingenommenheit in der Cybersicherheit

Ein gängiges Beispiel für die Handlungsvoreingenommenheit in der Cybersicherheit sind Phishing-Vorfälle. Angreifer nutzen häufig Dringlichkeit und Angst aus, um Personen dazu zu manipulieren, sofort zu handeln, beispielsweise auf bösartige Links zu klicken oder sensible Informationen preiszugeben. Selbst Cybersicherheitsexperten können der Handlungsvoreingenommenheit zum Opfer fallen und bei der Reaktion auf eine Sicherheitsverletzung oder einen Vorfall impulsive Entscheidungen treffen, die unbeabsichtigte Folgen haben können.

Wenn „Nichts tun“ etwas Gutes ist

Dykstra erörtert das Konzept des „Nichtstuns“ als strategische Entscheidung in bestimmten Situationen der Cybersicherheit. Er verwendet das Beispiel professioneller Fußballtorhüter bei Elfmetern, um diesen Punkt zu veranschaulichen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Torhüter, die sich bei einem Elfmeter dafür entscheiden, nicht zu springen oder sich nicht zu bewegen, eine höhere Chance haben, den Schuss abzuwehren. Diese strategische Entscheidung mag für Zuschauer, die erwarten, dass der Torwart etwas unternimmt, kontraintuitiv erscheinen, basiert jedoch auf sorgfältiger Analyse und Vorbereitung.

Abmilderung der negativen Auswirkungen der Handlungsneigung

Um die negativen Auswirkungen der Handlungsvoreingenommenheit im Bereich der Cybersicherheit abzumildern, können Unternehmen verschiedene Strategien anwenden:

1. Vorbereitung und Übung: Die Entwicklung eines umfassenden Plans zur Reaktion auf Vorfälle und dessen regelmäßiges Einüben können den Teams helfen, in einer Krisensituation effektiv zu reagieren. Diese Vorbereitung ermöglicht strategische Entscheidungen anstelle von impulsiven Reaktionen.

2. Geduld und Aufklärung: Es ist von entscheidender Bedeutung zu erkennen, dass Geduld bei Cybersicherheitsvorfällen eine Tugend ist. Die Aufklärung der Beteiligten – darunter Vorstandsmitglieder, Aktionäre und Führungskräfte – über die Bedeutung strategischer Entscheidungsfindung und die potenziellen Risiken übereilter Maßnahmen kann dazu beitragen, eine Kultur zu schaffen, in der Geduld geschätzt wird.

3. Entschleunigung: Entschleunigung bedeutet nicht, die Reaktionszeit zu verzögern. Vielmehr wird dadurch betont, wie wichtig es ist, sich gründlich vorzubereiten, bevor ein Vorfall eintritt. Indem Organisationen Zeit und Mühe in Planung und Schulungen investieren, können sie sicherstellen, dass ihre Teams in der Lage sind, in Echtzeit wohlüberlegte Entscheidungen zu treffen.

Fazit

Die Handlungsneigung ist eine weit verbreitete kognitive Verzerrung, die die Entscheidungsfindung bei Cybersicherheitsvorfällen beeinflusst. Indem sie die potenziellen Fallstricke impulsiver Handlungen erkennen und Strategien zur Minderung der Handlungsneigung umsetzen, können Unternehmen ihre Fähigkeiten zur Reaktion auf Vorfälle verbessern und das Risiko minimieren, Cybersicherheitsbedrohungen zu verschärfen. Um mehr über den Handlungsdrang und seine Auswirkungen auf die Cybersicherheit zu erfahren, hören Sie sich die vollständige Folge des Podcasts „Resilience Rundown“ mit Josiah Dykstra an. 

Ich kann nur wärmstens empfehlen, Josiah auf LinkedIn zu folgen und sein Buch „Cybersecurity Myths and Misconceptions“ zu lesen, das sich eingehend mit verschiedenen Vorurteilen und Problemen im Bereich der Cybersicherheit befasst.

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