Jahrzehntelang lag der Schwerpunkt im IT-Betrieb auf der Verfügbarkeit:
- Sorgen Sie dafür, dass die Infrastruktur weiterläuft.
- Erreichen Sie Ihr Wiederherstellungszeitziel (RTO).
- Erfüllen Sie Ihr Wiederherstellungsziel (RPO).
Moderne Cyberbedrohungen machen jedoch keinen Halt vor Infrastrukturgrenzen – und bei der Wiederherstellung geht es längst nicht mehr nur darum, Systeme wieder in Betrieb zu nehmen. Es geht darum, saubere, vertrauenswürdige Daten wiederherzustellen – teamübergreifend und unter Zeitdruck.
In dieser Folge von STRIVE habe ich mich mit Stephen Foskett, dem Gründer und Präsidenten des „Tech Field Day“ der Futurum Group, zusammengesetzt, um über ein aufstrebendes Fachgebiet zu sprechen: Resilience Operations – oder ResOps. Und es ist mehr als nur ein Modewort. Es ist ein Wandel in der Art und Weise, wie Unternehmen über „Recovery Intelligence“ denken. Sehen Sie sich die ganze Folge an.
Das Wichtigste auf einen Blick: Was sich bei ResOps ändert
- ResOps verlagert den Schwerpunkt der Wiederherstellung von der Infrastruktur hin zum Geschäft. Es geht nicht nur darum, Systeme wieder in Betrieb zu nehmen – es geht darum, vertrauenswürdige, nutzbare Daten wiederherzustellen.
- Herkömmliche RTO- und RPO-Kennzahlen reichen nicht mehr aus. Die „Mean Time to Clean Recovery“ (MTCR) entwickelt sich zu einer aussagekräftigeren Methode zur Messung der Ausfallsicherheit.
- Der Abbau von Silos ist eine Grundvoraussetzung für die Cyber-Bereitschaft. Sicherheit, Infrastruktur und DevOps müssen synchron zusammenarbeiten – nicht parallel.
- Resilienz ist eine operative Disziplin, kein Werkzeug. Kultur, Kommunikation und Koordination sind genauso wichtig wie Technologie.
- Intelligente Wiederherstellung wird zunehmend zu einem Wettbewerbsvorteil. Unternehmen, die ihre Systeme sauber und schnell wiederherstellen, sichern ihre Einnahmen, ihren Ruf und das Vertrauen ihrer Kunden.
Von IT-Ops zu ResOps: Was hat sich geändert?
Stephen blickt auf eine frühere Ära der IT zurück, in der Teams häufig Systeme betreuten, ohne die damit verbundenen Geschäftsanwendungen vollständig zu verstehen. Unter „Wiederherstellung“ verstand man damals die Wiederherstellung der Infrastruktur. Heute reicht dieses Modell nicht mehr aus. Moderne Umgebungen zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- Verteilt
- Cloud
- DevOps-orientiert
- Sicherheitsrelevant
- Eng mit den Einnahmequellen verzahnt
ResOps ist sich bewusst, dass die Notfallwiederherstellung längst keine isolierte IT-Funktion mehr ist. Es handelt sich um einen funktionsübergreifenden Bereich, der dazu beiträgt, Infrastruktur, Softwareentwicklung und Sicherheit mit konkreten Geschäftsergebnissen zu verknüpfen.
Warum herkömmliche Kennzahlen nicht das gesamte Bild widerspiegeln
RTO. RPO. Diese Kennzahlen dienen seit Jahren als Leitlinien für die Planung der Notfallwiederherstellung. Doch wie Stephen erklärt, reicht eine schnelle Wiederherstellung nicht aus, wenn die wiederhergestellten Daten nicht fehlerfrei sind. Führen Sie eine aussagekräftigere Kennzahl ein: MTCR. Es geht nicht nur darum, wie schnell Sie sich erholen, sondern auch darum, wie schnell Sie wieder einen verifizierten, vertrauenswürdigen Zustand erreichen können.
Bei einem Ransomware-Vorfall ist dieser Unterschied von enormer Bedeutung. Die Wiederherstellung kompromittierter Daten kann einen neuen Angriffszyklus auslösen. ResOps konzentriert sich auf die Wiederherstellung der betrieblichen Integrität – nicht nur der Funktionalität.
Vorschau: Warum eine „Clean Recovery“ wichtig ist
In diesem Ausschnitt aus STRIVE erklärt Stephen, warum herkömmliche Kennzahlen zur Wiederherstellung nicht ausreichen – und warum die Wiederherstellung eine funktionsübergreifende Disziplin ist.
Das eigentliche Hindernis: Organisatorische Silos
Technologie ist in der Regel nicht das größte Hindernis für Resilienz. Es ist die Struktur. Sicherheitsteams berichten oft an eine Führungskraft. Infrastrukturteams an eine andere. Anwendungsteams wiederum an eine weitere. Jede mit unterschiedlichen Prioritäten, unterschiedlichen Anreizen und unterschiedlichen Definitionen von Erfolg.
ResOps geht gegen diese Fragmentierung vor. Stephen erläutert, wie gemeinsame Workshops und die funktionsübergreifende Abstimmung dazu beitragen, diese Silos aufzubrechen. Denn während eines Cybervorfalls verlangsamt eine mangelnde Abstimmung innerhalb der Organisation die Wiederherstellung stärker, als es Lücken in der Tool-Ausstattung jemals tun könnten.
Warum sich Commvault in dieser Diskussion engagiert
Bei STRIVE geht es nicht um Features. Es geht darum, wie sich das Denken in Bezug auf Recovery weiterentwickelt. ResOps deckt sich genau mit dem, was wir in der Praxis beobachten:
- Kunden, die bei Vorfällen Schwierigkeiten mit der Koordination haben.
- Unternehmen, die ihre Infrastruktur wiederherstellen, aber die Datenintegrität in Frage stellen.
- Die Unternehmensleitung fordert Kennzahlen, die die tatsächlichen geschäftlichen Auswirkungen widerspiegeln.
Das MTCR-Konzept definiert den Begriff „Recovery Intelligence“ neu und stellt das Vertrauen der Unternehmen in den Mittelpunkt – und genau in diese Richtung entwickelt sich die Branche. Die Recovery ist kein reiner Backoffice-Prozess mehr, sondern ein Thema für die Führungsetage.
Die Zukunft von Recovery Intelligence
Mit Blick auf die Zukunft dürfte sich ResOps rasch weiterentwickeln. In den nächsten 12 bis 18 Monaten wird erwartet, dass Unternehmen:
- Sicherheits- und Wiederherstellungsabläufe enger miteinander verknüpfen.
- neue, auf die Wiederherstellung ausgerichtete Kennzahlen einführen.
- Resilienz bereits in früheren Phasen des Anwendungslebenszyklus umsetzen.
- in eine Lösung investieren, die saubere Daten von kompromittierten Daten unterscheidet.
Cyberbedrohungen nehmen immer schneller zu. Recovery-Strategien müssen sich im gleichen Tempo weiterentwickeln. ResOps bietet hierfür ein Rahmenkonzept.
Die gesamte Folge ansehen
In dieser Folge sprechen wir über:
- Wie sich ResOps vom herkömmlichen IT-Betrieb unterscheidet.
- Warum MTCR dazu beiträgt, die Kennzahlen für die wirtschaftliche Erholung neu zu definieren.
- So sieht die organisatorische Ausrichtung in der Praxis aus.
- Wie die DevOps-Kultur die Ausfallsicherheit beeinflusst.
- Wohin sich Recovery-Intelligence voraussichtlich als Nächstes entwickeln wird.
Jetzt ansehen. Wenn Sie für Cybersicherheit, Geschäftskontinuität oder die Wiederherstellungsstrategie verantwortlich sind, sollten Sie sich diese Diskussion auf keinen Fall entgehen lassen.
FAQs
F: Was ist ResOps?
A: ResOps (Resilience Operations) ist ein aufstrebender Fachbereich, der IT-Betrieb, Sicherheit, DevOps und geschäftliche Interessengruppen miteinander verbindet, um die Wiederherstellungsintelligenz und die organisatorische Resilienz zu verbessern.
F: Inwiefern unterscheidet sich ResOps vom herkömmlichen IT-Betrieb?
A: Im traditionellen IT-Betrieb steht vor allem die Verfügbarkeit der Infrastruktur im Vordergrund. ResOps erweitert diesen Fokus um die Wiederherstellung einheitlicher Daten, die funktionsübergreifende Koordination und die Ausrichtung auf die Geschäftsprozesse.
F: Was bedeutet „Mean Time to Clean Recovery“ (MTCR)?
A: MTCR misst, wie schnell eine Organisation nach einem Cybervorfall verifizierte, fehlerfreie Daten wiederherstellen und den sicheren Betrieb wieder aufnehmen kann – und nicht nur, wie schnell die Systeme wieder in Betrieb genommen werden.
F: Warum reichen Kennzahlen wie RTO und RPO in modernen Umgebungen nicht aus?
A: Sie messen die Geschwindigkeit und die Aktualität der Daten, nicht jedoch deren Integrität. Bei Ransomware-Angriffen kann die Wiederherstellung kompromittierter Daten die Betriebsunterbrechung verlängern.
F: Wie können Unternehmen mit der Einführung von ResOps beginnen?
A: Beginnen Sie damit:
-
- Abstimmung zwischen Sicherheits-, Infrastruktur- und DevOps-Teams.
- Bewertung von Wiederherstellungskennzahlen über RTO/RPO hinaus.
- Testen Sie einwandfreie Wiederherstellungsprozesse.
- Abbau operativer Silos.
- Das Resilienzdenken bereits in einer früheren Phase der Systemgestaltung einbeziehen.
F: Warum gewinnt „Recovery Intelligence“ zunehmend an Bedeutung?
A: Da Cyberbedrohungen immer raffinierter werden, wirkt sich die Fähigkeit, Probleme sauber, schnell und zuverlässig zu beheben, unmittelbar auf den Umsatz, das Vertrauen der Kunden und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften aus.
Darren Thomson ist Field CTO bei Commvault.