Das Versprechen cloud-nativer Anwendungen sollte uns eigentlich das Leben erleichtern. Stattdessen müssen viele Unternehmen nun eine schmerzhafte Erkenntnis hinnehmen: Wenn diese modernen Anwendungen ausfallen, sind die Kosten für die Wiederherstellung des Betriebs weitaus höher, als irgendjemand erwartet hatte.
Unsere jüngste Forschungskooperation mit der Enterprise Strategy Group (ESG) mit dem Titel „Die verborgenen Kosten der Cloud-Komplexität: Wie automatische Wiederherstellungen Zeit, Geld und Nerven sparen“ liefert aufschlussreiche Erkenntnisse darüber, was wirklich passiert, wenn Cloud-Anwendungen ausfallen – und warum der traditionelle Ansatz zur Recovery im Zeitalter der cloud-nativen Anwendungen versagt.
Die erschütternde Realität: 40,6 Personentage pro Wiederherstellung
Hier ist die Zahl, die jedem CTO schlaflose Nächte bereiten dürfte: 40,6 Personentage. So lange dauert es im Durchschnitt, bis ein Unternehmen bei einer vollständigen Neuerstellung einer Cloud-Anwendung die Kernfunktionalität wiederherstellen kann.
Doch es kommt noch schlimmer. Die ESG-Studie ergab, dass 42 % der Ausfälle moderner Cloud-Anwendungen nicht durch eine einfache Wiederherstellung aus dem Backup behoben werden können – sie erfordern einen kompletten Neuaufbau von Grund auf. Da Unternehmen jährlich etwa neun solcher kompletten Neuaufbauten durchlaufen, ist hier von schwerwiegenden Betriebsstörungen die Rede.
Lassen Sie uns das in Relation setzen:
- 66 % der Unternehmen benötigen mindestens eine Woche, um die Kernfunktionen wiederherzustellen.
- 78 % benötigen mehr als einen Monat für die vollständige Wiederherstellung der IT-Umgebung.
- Bei einem durchschnittlichen Tagessatz von 577 Dollar pro Fachkraft kosten diese Umbaumaßnahmen jährlich etwa 210.836 Dollar allein an Arbeitskosten.
Das sind mehr als 200.000 Dollar pro Jahr allein an Arbeitskosten für die Wiederherstellung – Geld, das in Innovationen statt in die Brandbekämpfung investiert werden könnte.
Die Steuer auf strategische Initiativen: Wenn der Aufschwung die Innovation tötet
Es geht nicht nur um Dollar und Cent, sondern auch um die „Innovationssteuer“: Jede Stunde, die für die Wiederherstellung von Anwendungen aufgewendet wird, ist eine Stunde, die nicht für die digitale Transformation, neue Funktionen oder Wettbewerbsvorteile genutzt wird. Einundvierzig Prozent der Unternehmen berichten, dass Wiederherstellungsvorfälle strategische Initiativen stören.
Die Untersuchung zeigt weitere Auswirkungen auf das Geschäft, die weit über die IT hinausgehen:
- 49 % berichten von erhöhtem Stress beim Personal während der Umbauphasen.
- 36 % verzeichnen direkte Einnahmeverluste.
- 35 % haben mit Kundenabwanderung zu kämpfen.
- 34 % stellen eine geringere Kundenzufriedenheit fest.
Wenn Sie 4–5 spezialisierte Mitarbeiter wochenlang zu 50 % bis 74 % auslasten, hat das Auswirkungen auf alle Bereiche des Unternehmens.
Warum Cloud-native Anwendungen die herkömmlichen Prozesse der Recovery auf den Kopf stellen
Die Daten zeigen eine ernüchternde Realität: 49 % der Unternehmen empfinden Backup and Recovery bei Legacy-Anwendungen als einfacher, verglichen mit nur 26 % bei cloud-nativen Anwendungen. Das ist nicht überraschend, wenn man versteht, was hinter den Kulissen vor sich geht.
Cloud-native Anwendungen basieren auf Microservice-Architekturen – lose miteinander verbundenen Komponenten, die von verschiedenen Teams betreut werden, unterschiedliche Tech-Stacks nutzen und unterschiedlichen Release-Zyklen folgen. Dies ermöglicht zwar die Agilität, die Cloud-native Anwendungen so attraktiv macht, führt jedoch zu einem Albtraum bei der Recovery:
- 82 % der Unternehmen berichten von einem problematischen Ausmaß an Konfigurationsabweichungen.
- 69 % geben zu, dass die Konfigurationsabweichungen ihre digitale Widerstandsfähigkeit aktiv untergraben.
- 47 % aller neu entwickelten Anwendungen sind mittlerweile cloud-nativ, wodurch eine hybride Umgebung entsteht, deren Schutz immer komplexer wird.
Der Multi-Cloud-Multiplikatoreffekt
Die Komplexität nimmt noch weiter zu, wenn man bedenkt, dass 90 % der befragten Unternehmen zwei oder mehr Cloud-Anbieter nutzen. Zwar wünschen sich 87 % einheitliche Tools zur Ausfallsicherheit über alle Cloud-Plattformen hinweg, doch die Realität sieht ernüchternd aus: Fast 90 % haben mit erheblichen Unterschieden bei ihren derzeitigen Schutzmaßnahmen zu kämpfen.
Diese Fragmentierung führt zu:
- Ineffiziente Arbeitsabläufe in den Teams.
- Spezifische Anforderungen an das Fachwissen für jede Plattform.
- Mögliche Lücken in der Ausfallsicherheit zwischen verschiedenen Umgebungen.
Das Gebot der automatischen Wiederherstellung
Die Daten machen eines ganz deutlich: Der manuelle Ansatz bei Recovery-Prozessen für Cloud-Anwendungen ist nicht nachhaltig. Unternehmen müssen ihren Ansatz grundlegend überdenken und von einer reaktiven Recovery zu einer proaktiven Ausfallsicherheit übergehen.
In diesem Fall ist die automatische Wiederherstellung nicht nur hilfreich, sondern unerlässlich:
- Geschwindigkeit, die Geld spart: Die Verkürzung wochenlanger Wiederherstellungsprozesse auf Stunden oder Minuten reduziert nicht nur die Ausfallzeiten, sondern sichert auch die strategischen Initiativen, die das Unternehmenswachstum vorantreiben.
- Konsistenz in großem Maßstab: Automatisierte Prozesse beseitigen Konfigurationsabweichungen und menschliche Fehler, die bei manuellen Wiederherstellungen auftreten, und ermöglichen so jedes Mal eine zuverlässige Wiederherstellung.
- Freisetzung von Ressourcen: Wenn IT-Teams nicht ständig damit beschäftigt sind, Wiederherstellungskrisen zu bewältigen, können sie sich auf die Innovationsarbeit konzentrieren, die das Unternehmen tatsächlich voranbringt.
Die Commvault-Lösung: Von der Forschung zur Realität
Bei Commvault haben wir unsere cloudnative Datensicherungsplattform speziell entwickelt, um die in dieser ESG-Studie hervorgehobenen Herausforderungen zu bewältigen. Unser Ansatz bietet die automatischen Wiederherstellungsfunktionen, die moderne Unternehmen benötigen, um die Komplexität der Cloud zu meistern und gleichzeitig die Geschäftskontinuität zu gewährleisten.
Mit Lösungen wie „Cloud Rewind“ unterstützen wir Unternehmen dabei, das, was einst eine Kostenstelle war, in einen Wettbewerbsvorteil zu verwandeln – damit Recovery im Falle einer Störung in Minuten statt in Wochen erfolgt.
Das Fazit
Manuelle Wiederherstellungsprozesse bremsen die Innovation, beanspruchen Ressourcen und stellen ein Risiko für die Geschäftskontinuität dar. Angesichts der zunehmenden Verbreitung cloud-nativer Lösungen – mittlerweile basieren 47 % aller neuen Anwendungen auf cloud-nativen Prinzipien – werden jene Unternehmen überleben und erfolgreich sein, die Automatisierung als grundlegende Voraussetzung und nicht als bloßes „Nice-to-have“ betrachten.
Die Frage ist nicht, ob es sich Ihr Unternehmen leisten kann, in automatische Wiederherstellungsfunktionen zu investieren. Die Frage ist, ob Sie sich die jährlichen Kosten von mehr als 200.000 Dollar für manuelle Prozesse, die Unterbrechung strategischer Initiativen und den Wettbewerbsnachteil leisten können, der mit wochenlangen Wiederherstellungszeiten einhergeht.
Sind Sie bereit, sich von der Last des Wiederaufbaus zu befreien? Laden Sie den vollständigen ESG-Forschungsbericht herunter, um einen tieferen Einblick in die Daten zu gewinnen und zu erfahren, wie führende Unternehmen bereits jetzt ihren Ansatz für Cloud-Resilienz neu gestalten. Ihr zukünftiges Ich – und Ihr Geschäftsergebnis – werden es Ihnen danken.
Verpassen Sie auf keinen Fall dieses Webinar, in dem der Autor des Berichts, Torsten Volk, gemeinsam mit Govind Rangasamy und Darren Thomson von Commvault ein informelles Gespräch zum Thema „Die versteckten Kosten der Cloud-Ausfallsicherheit: Warum die Neugestaltung moderner Anwendungen Ihre Ressourcen strapaziert“ führt.