Bei der Bewertung von Lösungen zur Cyber-Resilienz in Unternehmen stehen Unternehmen vor einer wichtigen architektonischen Entscheidung zwischen appliancebasierten Ansätzen wie denen von Rubrik und softwaredefinierten Plattformen wie denen von Commvault.
Zwar bieten beide Anbieter Datenschutzfunktionen an, doch führen unterschiedliche architektonische Ansätze zu unterschiedlichen Kostenauswirkungen, die sich über den gesamten Lebenszyklus der Lösung hinweg bemerkbar machen.
Architekturansätze: Appliance-basiert vs. Plattform
Das Appliance-orientierte Modell von Rubrik
Im Mittelpunkt des Ansatzes von Rubrik stehen physische oder virtuelle Appliances, die als primäres Bereitstellungsmodell dienen:
- Die Schutzkapazität wird durch zusätzliche Appliances in festen Schritten erweitert.
- Eine Skalierung erfordert in der Regel die Bereitstellung neuer Appliances, wenn Leistungs- oder Kapazitätsgrenzen erreicht sind.
- Die Lösung von Rubrik basiert auf einer Appliance-Architektur, bei der die Kapazität für die Datensicherung in vordefinierten Größenoptionen angeboten wird.
Die softwaredefinierte Plattform von Commvault
Commvault nutzt eine softwaredefinierte, modulare Architektur:
- Zu den Bereitstellungsoptionen zählen reine Softwarelösungen, Referenzarchitekturen, konvergente Systeme oder cloudbasierte Implementierungen.
- Ressourcen lassen sich je nach Leistungs- oder Kapazitätsanforderungen unabhängig voneinander und schrittweise skalieren.
- Die Commvault-Plattform kann auf bestehender Infrastruktur, auf speziell dafür entwickelten Appliances oder als Cloud-Dienst bereitgestellt werden.
Kostenauswirkungen architektonischer Unterschiede
Die architektonischen Unterschiede zwischen diesen Lösungen führen zu mehreren wichtigen Kostenaspekten:
1. Flexibilität und Effizienz bei der Skalierung
Appliance-basierte Ansätze erfordern häufig die Bereitstellung von Kapazitäten in vorgegebenen Schritten, was zu einer Überdimensionierung führen kann, wenn der tatsächliche Bedarf zwischen den verfügbaren Appliance-Größen liegt. Laut Branchenanalysten kann diese stufenweise Skalierung dazu führen, dass während des gesamten Lebenszyklus der Bereitstellung Kapazitäten ungenutzt bleiben.
Leistung und Kapazität sind eng miteinander verknüpft. Um die Leistung zu steigern, muss ein zusätzlicher Rubrik-Knoten hinzugefügt werden, was auch Kosten für zusätzliche Speicherkapazität verursacht. Ebenso müssen Kunden zur Erhöhung der Speicherkapazität auch für zusätzliche Leistungsressourcen (CPU, RAM) aufkommen. Dies führt zu höheren Gesamtbetriebskosten (TCO).
Der modulare Ansatz der Commvault-Plattform ermöglicht eine präzisere Skalierung, sodass Unternehmen ihre Ausgaben genau an den tatsächlichen Bedarf anpassen können. Dies trägt dazu bei, Ressourcenverschwendung zu reduzieren und die Kosteneffizienz zu verbessern.
2. Ansatz zur Cloud-Integration
Wenn Unternehmen Cloud-Dienste einführen, hat der gewählte Architekturansatz erhebliche Auswirkungen auf die Kosten für den Cloud-Schutz:
- Gerätebasierte Lösungen erweitern ihr Modell häufig mithilfe virtueller Appliances auf die Cloud.[VS1]
- Appliance-basierte Lösungen müssen Daten zunächst lokal zwischenspeichern, bevor sie in den Cloud-Speicher übertragen werden.
Plattformbasierte Lösungen lassen sich über native APIs direkt in Cloud-Dienste integrieren. Commvault bietet eine direkte Integration in Cloud-Dienste, ohne dass virtuelle Appliances erforderlich sind, wodurch sich der Ressourcenbedarf für die Cloud-Sicherung potenziell verringern lässt.
Faktoren für die Gesamtbetriebskosten
Bei der Bewertung der Gesamtbetriebskosten über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren sollten Unternehmen mehrere wichtige Faktoren berücksichtigen:
| Kostenkategorie | Gerätebasierter Ansatz – Auswirkungen | Plattformansatz – Vorteil |
| Infrastrukturkosten | Mögliche Überdimensionierung | Optimierte Bereitstellung |
| Kosten für Cloud-Sicherheit | Virtuelle Appliances in jeder Umgebung | Direkte Integration von Cloud-Diensten |
| Skalierungskosten | Sprunghafte Erhöhungen | Inkrementell je nach Bedarf |
| Technologie-Aktualisierung | Vollständige Austauschzyklen der Appliance | Aktualisierungen auf Komponentenebene |
Über die Kosten hinaus: Überlegungen zur Leistungsfähigkeit
Die architektonischen Unterschiede gehen über die finanziellen Auswirkungen hinaus und führen zu Unterschieden in der Leistungsfähigkeit:
1. Multi-Cloud-Unterstützung
Plattformarchitekturen bieten in der Regel einheitlichere Funktionen in verschiedenen Cloud-Umgebungen, da sie auf einer gemeinsamen Codebasis mit cloudspezifischen Integrationspunkten basieren. Dies kann den Schutz in unterschiedlichen Cloud-Bereitstellungen vereinfachen.
2. Abdeckung des Arbeitsaufkommens
Softwaredefinierte Plattformen unterstützen häufig ein breiteres Spektrum an Workloads, darunter Altsysteme, spezialisierte Anwendungen und verschiedene Infrastrukturtypen. Dadurch kann der Einsatz mehrerer Schutzlösungen entfallen.
3. Sicherheitsintegration
Der architektonische Ansatz wirkt sich auch auf die Sicherheitsfunktionen aus. Die Plattform von Commvault umfasst integrierte Sicherheitsfunktionen wie die Erkennung von Bedrohungen, während appliancebasierte Lösungen für eine umfassende Sicherheit möglicherweise zusätzliche Komponenten erfordern. Die Datensicherheitslösung von Rubrik wird über deren SaaS-Angebot bereitgestellt, was die Funktionalität in Umgebungen, in denen die Cloud-Konnektivität eingeschränkt oder untersagt ist – wie beispielsweise an „Dark Sites“ oder in isolierten Clustern –, erheblich einschränkt.
Strategische architektonische Überlegungen
Die Wahl zwischen dem appliancebasierten Ansatz von Rubrik und der Plattformarchitektur von Commvault stellt eine strategische Entscheidung mit langfristigen Auswirkungen dar.
Unternehmen sollten diese Lösungen anhand ihrer spezifischen Anforderungen bewerten und dabei nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch langfristige Faktoren wie Skalierungseffizienz, Betriebsaufwand, Cloud-Integration und Sicherheitsaspekte berücksichtigen. Durch das Verständnis der architektonischen Unterschiede und ihrer finanziellen Auswirkungen können Unternehmen fundiertere Entscheidungen über ihre Investitionen in die Cyber-Resilienz treffen.